Bonner Begegnungen: Presse-Profis lernten das Staunen - Journalistenvereinigung zu Gast im Deutschen Museum Bonn

Sich schlau spielen – das macht nicht nur Kindern Spaß. Davon überzeugten sich rund 20 Journalistinnen und Journalisten bei einem Besuch im Deutschen Museum Bonn. Die Bonner Journalistenvereinigung (BJV) hatte den Besuch organisiert und Museumsleiterin Dr. Andrea Niehaus wich bei einem Hintergrundgespräch auch prickelnden Fragen nicht aus.

Dabei ging es vor allem um die Zukunft des rheinischen Ablegers des bekannten Münchner Originals. Kultur sei eben Ländersache, betonte Dr. Niehaus. Darum fließe kein Geld von der Isar an den Rhein. Zwar trügen öffentliche und private Institutionen einen Teil des jährlichen 1,2-Millionen-Etats, aber die Hälfte müsse das Haus selbst aufbringen. Die Stadt Bonn ist mit 400.000 Euro an der Finanzierung beteiligt, der Rhein-Sieg-Kreis mit 75.000 und der Kreis Ahrweiler mit 10.000 Euro. Ab dem kommenden Jahr bringt sich die Dr.-Hans-Riegel-Stiftung mit 100.000 Euro ein. Der Eigenanteil wird über eine Betreibergesellschaft durch Eintritte, Führungen und Vermietungen erwirtschaftet. Gesichert sei die Finanzierung auf dieser Basis zunächst bis 2020, berichtete die engagierte Museumsleiterin und wies dankend auf den Förderverein der Kultur- und Bildungseinrichtung hin.

Das deutsche Museum an der Bad Godesberger Ahrstraße bietet mit seinen drei Hauptamtlichen vielfältige Möglichkeiten zum Experimentieren und Staunen. Beim Mikroskopieren fühlten sich etliche der Journalisten an ihre Schulzeit erinnert. „Das gab es auf unserer Penne noch nicht“, meinten dagegen einige ältere Semester aus der BJV. Das Museum dagegen ist ganz in der digitalen Welt verankert. So können Jugendliche und alle Wissbegierigen das Museum mit einer digitalen Rallye via Smartphone spielerisch erkunden. In der Experimentierküche dürfen Besucher ab sieben Jahren mit haushaltsüblichen Zutaten Gummibärchen fabrizieren. „Ein anschließender Besuch im Werksverkauf eines Bonner Herstellers nicht weit von hier rundet dann den Klassenausflug ab“, meinte Museumsmitarbeiter Torsten Münch schmunzelnd. Er erläuterte den schon von Berufs wegen neugierigen Zeitungs-, Funk- und Fernsehleuten den Ablauf eines Klassenbesuchs im Deutschen Museum Bonn. Fachwissen und Pädagogik sind dabei gleichermaßen bei den Betreuerinnen und Betreuern gefragt. Das bedeute aber nicht, dass die Lehrer sich bequem zurücklehnen könnten. Ebenso werden die Eltern – etwa bei den Familientagen im Museum – stets mit einbezogen. Sich schlau spielen ist eben nichts nur für Kinder.

Erhard Schoppert (BJV-Schatzmeister)

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