Bonn

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Brief an den Chefredakteur des GAs zum Xatar-Interview in der GA-Ausgabe vom 29. August 2020

Sehr geehrter Herr Matthiesen,

der Vorstand der Bonner Journalistenvereinigung hat das Xatar-Interview in der GA-Ausgabe vom 29. August mit deutlicher Irritation gelesen und auch die Meinungen der Leser*innen dazu verfolgt.

Aufgabe der BJV ist es nicht, darüber zu urteilen, ob Xatar ein Künstler ist oder nicht. Das mag jede*r für sich selbst entscheiden. Es ist jedoch unser Anliegen, Qualität im Journalismus zu fördern und darauf aufmerksam zu machen, wenn diese unseres Erachtens fehlt. Beim  Xatar-Interview ist das so: Wir vermissen kritische Fragen, der Interviewer gibt Xatar eine Bühne, ohne nachzuhaken. 

Xatar hat einen großen Einfluss auf Jugendliche, einige sehen in ihm sicher auch ein Vorbild. Wenn jemand - wie Xatar das tut - Gewalt verherrlicht und kriminelle Taten als gesellschaftsfähig darstellt, muss man genauer draufschauen und auch mal Passagen aus seinen Texten analysieren.

Problematisch finden wir auch, dass Xatar in dem Interview nicht gefragt wurde, ob er sich von seiner kriminellen Vergangenheit distanziert und, falls ja, weshalb er dann hofft, dass Schwester Ewa, die wegen Körperverletzung und Steuerhinterziehung im Gefängnis sitzt, bald wieder unter seinem Label Musik machen kann. Auch der Goldraub wird als Kavaliersdelikt dargestellt. Weshalb trägt Xatar nicht dazu bei aufzuklären, wo sich das Gold befindet? Auch das wäre eine Frage wert. 

Das Interview stellt den Künstler Xatar in den Mittelpunkt. Dies ist unserer Auffassung nach aber nicht mit gutem Journalismus zu vereinbaren. Nicht wegen Xatars Vergangenheit, sondern weil Xatars Äußerungen und Songtexte junge Menschen auf einen falschen Weg leiten könnten - sieben Texte wurden von der Bundesprüfstelle als jugendgefährdend eingestuft.

Wir werden diesen Brief auf unserer Internetseite www.djv-bonn.de veröffentlichen, sehen aber von einer weiteren Verbreitung ab.
Wir bitten Sie um eine Antwort, wie es zu diesem unkritischen Interview kommen konnte und weshalb offenbar keine sorgfältige redaktionelle Abnahme stattgefunden hat.

Mit freundlichen Grüßen
im Namen des Vorstands
Lambert-Sebastian Gerstmeier
Vorsitzender der Bonner Journalistenvereinigung

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Fotos: Reginald Gerfertz (oben), Deutsche Welle (unten)