• DJV-Bonn
  • Gänseessen
  • 2019 - Menü aus Braten und Information: Gänseessen mit dem DJV-Bundesvorsitzenden

Menü aus Braten und Information: Gänseessen mit dem DJV-Bundesvorsitzenden

Scheckübergabe an den U-Verein
Vlnr.: Lambert-Sebastian Gerstmeier, Helmuth Dahlmann, Frank Überall;
Foto: Erhard Schoppert-Moering

„Kämpft für den Wert des Journalismus“, dieser emotionale Appell des DJV-Landesgeschäftsführers Volkmar Kah zog sich wie ein roter Faden durch das Gänseessen der Bonner Journalistenvereinigung (BJV). Neben kulinarischen Genüssen im historischen Restaurant Assenmacher kamen auch verbandspolitische Informationen auf den Tisch. Die inzwischen traditionelle BJV-Veranstaltung war wie stets ein gelungenes Mehrgänge-Menü aus Hintergrundgesprächen, Jubilar-Ehrungen und Kennenlernen gepaart mit Gänsebraten, Rotkraut und Klößen.

Wie wollen wir als DJV in die Zukunft gehen und wer sind überhaupt unsere Mitglieder? Diese Frage werde im begonnenen Zukunftsprozess des DJV gestellt, der 2020 in Bochum weitergeführt werden soll, betonte Volkmar Kah. Dabei gehe es nicht nur um Statistiken, sondern vor allem auch um das „Gefühlte“. Er verwies auf das „Erfolgsmodell Lokalfunk“, das in vielen Gegenden die verlorene Vielfalt der Tageszeitungen ersetze. Wenn gestreikt werde, wie jetzt z.B. beim WDR, stehe zurzeit weniger das Geld im Mittelpunkt, sondern vielmehr die Wertschätzung der geleisteten Arbeit. Er erwähnte außerdem die Wichtigkeit der Medienerziehung junger Menschen. Geplant sei, dass kompetente Kolleginnen und Kollegen künftig in Schulen über Journalismus aufklären, „alle sollten sich daran beteiligen“.

Auf die Stärke des DJV-Landesverbandes NRW ging der BJV-Vorsitzende Lambert-Sebastian Gerstmeier ein. Gemeinsam mit dem gerade in Berlin wiedergewählten DJV-Bundesvorsitzenden Prof. Dr. Frank Überall („Der Verbandstag war politisch sehr erfolgreich“) händigte er den diesjährigen Jubilarinnen und Jubilaren ihre Urkunden aus. Barbara Löcherbach vom NRW-Landesvorstand steckte Elmar Bordfeld (50 Jahre), Steffen Heinze (40 Jahre), Simone Blaschke, Stephan Eder und Prof. Dr. Andreas Schümchen (25 Jahre) die wohlverdiente Ehrennadel ans Revers. Weitere 19 Jubilarinnen und Jubilare erhalten ihre Urkunden per Post.

Der offizielle Teil des gemütlichen wie informativen Bonner Traditionstreffens endete mit der Überreichung eines Schecks an den Unterstützungsverein. Dessen Schatzmeister Helmut Dahlmann freute sich über eine Spende von 500 Euro, die für in finanzielle Not geratene Kolleginnen und Kollegen gedacht ist. Er bat eindringlich auf den U-Verein aufmerksam zu machen, denn „wir können helfen und können auch stets neue Mitglieder gebrauchen“. Bereits mit einem Mindestbeitrag von 15 Euro jährlich sei man dabei.
Monika Freitag-Doering

Weltgewandter Theologe: Elmar Bordfeld, 50 Jahre Mitglied im DJV

Ehrung Elmar Bordfeld
Vlnr.: Barbara Löcherbach, Lambert-Sebastian Gerstmeier, Ermar Bordfeld,
Frank Überall; Foto: Erhard Schoppert-Moering

Der DJV ist ihm durchaus wichtig, auch wenn er sich nicht mehr aktiv engagiert. Dafür freut er sich an diesem Abend umso mehr, vom Bundesvorsitzenden Frank Überall persönlich mit der goldenen DJV-Nadel ausgezeichnet zu werden – für 50-jährige Mitgliedschaft im Verband.
Den studierten Theologen und Historiker aus Bonn zog es für seine erste berufliche Station nach Münster, wo er Ende der 1960er-Jahre im Volontariat erste journalistische Luft schnupperte, bei der Bistumszeitung „Kirche und Leben“. Er habe „nicht lange überlegt, Mitglied im DJV zu werden. Das gehörte einfach dazu“, erinnert sich der 78-jährige Jubilar beim Gänseessen der Bonner Journalistenvereinigung (BJV) im November. Dort gehören auch Barbara Löcherbach, Mitglied im Vorstand des DJV-Landesverbandes NRW, Geschäftsführer Volkmar Kah und Lambert-Sebastian Gerstmeier, Vorsitzender der BJV, zu den Gratulanten.

Geprägt hätten ihn neben der Zeit bei KNA vor allem die 17 Berufsjahre in Rom, wo er zwischen 1971 und 1987 im Vatikan als Chefredakteur der deutschsprachigen Ausgabe des „Osservatore Romano“ wirkte und gleich drei Päpste persönlich kennenlernte. Johannes Paul II. habe seine beiden Kinder getauft. Von hier aus berichtete Bordfeld auch für das ZDF („sechs Mal die Weihnachtsansprache des Papstes, ‚Urbi et Orbi‘“) und den Deutschlandfunk.
Rom bleibt ihm noch aus einem besonderen Grund in angenehmer Erinnerung: Hier lernte er 1971 seine Frau Vera kennen, die beim Diplomatischen Dienst der Bundesrepublik arbeitete. Ihre Wege hätten sich schon am Rhein kreuzen können: Beide verbrachten ihre Jugend im Bonner Stadtteil Bad Godesberg.
Und heute? Obwohl im verdienten Ruhestand, zieht es seine Gattin immer noch aufs diplomatische Parkett im Ausland, wo sie Vertretungen an Botschaften in Europa, Afrika und Lateinamerika übernimmt. Elmar Bordfeld begleitet seine Frau oder beobachtet in Bonn das Weltgeschehen und greift gern zu Tageszeitungen, wenn es um Hintergründe und Analysen geht. „Guter Journalismus ist wichtig für unsere Demokratie“, ist der sehr vitale Rentner und mehrfach ausgezeichnete Journalist überzeugt. Seine Frau pflichtet ihm bei: „Erst recht in diesen Zeiten.“ Nach zahlreichen Auslandsaufenthalten weiß Bordfeld um den „unschätzbaren Wert von Informations- und Medienfreiheit und die angstfreie Ausübung des Berufs“. Als wollte er dies unterstreichen, verabschiedet er sich – mit einem kräftigen Händedruck.
Steffen Heinze

Fotos: Erhard Schoppert-Moering.

Zurück